Warte, warte nur ein Weilchen, bald kommt Haarmann auch zu dir. Mit dem kleinen Hackebeilchen macht er Schabefleisch aus dir
Februar 22nd, 2010
Tanzen ist seine Leidenschaft: In seinem Studio an der Upper East Side New Yorks bringt der begeisterte Standardtänzer und Tanzlehrer Pierre Dulaine (ANTONIO BANDERAS) den Kindern wohlhabender Leute Tango, Swing und Foxtrott bei und zeigt ihnen, wie sie bei Tanzwettbewerben richtig abräumen können. Doch eines Abends ändert sich Dulaines Leben grundlegend: Er sieht den Teenager Jason Rockwell (ROB BROWN), genannt Rock, auf offener Straße das Auto seiner Schuldirektorin zertrümmern. Dulaine stellt Rock zur Rede und merkt, wie unverstanden und perspektivlos sich der Schüler fühlt. Anstatt Rock anzuzeigen, entschließt sich Dulaine, Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen wie Rock von der Straße zu holen – mit Hilfe des Tanzens. Nach einiger Überzeugungsarbeit bei der Schuldirektorin darf der engagierte Dulaine als ehrenamtlicher Tanzlehrer an Rocks staatlicher Schule Stunden geben. Seine neuen Schüler sind zunächst gar nicht begeistert: Sie wollen HipHop statt Figurentanz! Allmählich nähern sich die beiden Seiten aber an und lernen voneinander. Die Schüler begreifen, wie sie durch den Tanz nicht nur äußerlich Haltung bewahren. Umgekehrt zeigen die Jugendlichen ihrem Tanzlehrer, welche Energie im HipHop stecken kann. Gemeinsam entwickeln Lehrer und Schüler eine dynamische neue Tanzkombination aus HipHop und Standardtanz: den HipHop-Ballroom. Und damit stellen sie selbst die Profitänzer beim mit 5000 Dollar dotierten Tanzwettbewerb in den Schatten…
Transsiberian
Über 9.000 Kilometer – sieben Tage lang – mit der transsibirischen Eisenbahn von Peking nach Moskau – das ist die Reiseroute von Roy (Woody Harrelson) und Jessie (Emily Mortimer). Zuvor hat das streng gläubige amerikanische Pärchen im Auftrag seiner Bibeltruppe in Peking verbracht, nun sind die beiden auf dem Nachhauseweg. Sie hoffen, dass die Reise durch das exotische und schneebedeckte Russland auch die Rettung für ihre erkaltete Ehe sein könnte. Doch unterwegs lernen Roy und Jessie das undurchsichtige Pärchen, den Spanier Carlos (Eduardo Noriega) und seine amerikanische Freundin Abby (Kate Mara), kennen. Eine verhängnisvolle Begegnung, die zunächst von amourösen und kriminellen Verstrickungen gekennzeichnet ist.
Sherlock
Professor Moriarty weiss, was er für ein neues und profitables Produkt in seinen Händen hält. Fünf mal stärker als Morphium … es wird die Leute süchtig machen: HEROIN! Moriarty will den ganzen Markt damit beherrschen. Um ungestört an seinem teuflischen Plan zu arbeiten, inszeniert er seinen eigenen Tod.
In London treibt ein brutaler Serienkiller sein Unwesen. Sherlock Holmes und Dr. Watson heften sich an seine Fersen und finden schnell heraus, dass die rätselhaften Morde von einem Toten begangen werden.
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Pulp Fiction
Das Kleinkriminellen-Pärchen Pumkin (Tim Roth) und Honey Bunny (Amanda Plummer) will den „großen Coup“ landen und die Gäste eines L.A. Diners ausnehmen. Das klappt erstmal ganz gut. Dumm nur, dass die beiden Schmalspurganoven an den Profigangster Jules (Samuel L. Jackson) geraten, der an einem der Tische sitzt. Er ist zwar bereit, seine Brieftasche mit der Aufschrift „Bad Motherfucker“ samt mehrerer tausend Dollar Inhalt abzugeben, aber nicht den schwarzen Aktenkoffer, den Pumkin und Honey Bunny einkassieren wollen. Das Szenarium eskaliert, Jules dreht den Spieß um, bei den Anfängern liegen die Nerven blank… Szenenwechsel: Hitman Jules und sein Partner Vincent Vega (John Travolta) unterhalten sich auf dem Weg zu einem Auftrag für ihren Boss Marcellus Wallace (Ving Rhames) angeregt über die Vorzüge der niederländischen Burger-Kultur (”Hamburger! Der Grundstein eines jeden nahrhaften Frühstücks!”) , beinahe todesbringende Fußmassagen und die Tücken des metrischen Systems. Auf dem Rückweg richten die beiden eine riesige Sauerei in ihrem Wagen an. Aus Versehen verteilt Vincent das Gehirn einer Geisel auf den Polstern. Der Profi-Cleaner Mr. Wolf (Harvey Keitel) soll das Dilemma beheben. Boxer Butch Coolidge (Bruce Willis) hat andere Sorgen. Er hat einen Kampf an den Unterwelt-Chef Wallace verkauft, will aber doppelt abkassieren und setzt bei einem Wettbüro viel Geld auf seinen Sieg. Das macht Marcellus fuchsteufelswild, er will den Abtrünnigen auf der Stelle umbringen lassen. Das sind nur einige der Handlungsfäden. Ebenso ereignis- und folgenreich ist das Date von Vincent mit Marcellus Frau Mia (Uma Thurman) und Butchs Vorliebe zur goldenen Uhr, die ein Kriegskamerad (Christopher Walken) seine Vaters einst in seinem Hinterteil vor den Aufsehern des koreanischen Gefangenenlagers versteckte.
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Der Totmacher
1924, ein Kriminalfall in Hannover erregt weltweites Aufsehen. Der Kaufmann Fritz Haarmann gesteht, 24 junge Männer getötet und zerstückelt zu haben. Im August 1924 begannen die sechswöchigen Untersuchungen. Die Gespräche wurden protokolliert und dienten diesem Film als Grundlage.
„Warte, warte nur ein Weilchen,
bald kommt Haarmann auch zu dir,
mit dem kleinen Hackebeilchen,
macht er Schabefleisch aus dir.
Aus den Augen macht er Sülze,
aus dem Hintern macht er Speck,
aus den Därmen macht er Würste
und den Rest, den schmeißt er weg.
In Hannover an der Leine,
Rote Reihe Nummer 8,
wohnt der Massenmörder Haarmann,
der schon manchen umgebracht.
Haarmann hat auch ein’ Gehilfen,
Grans hieß dieser junge Mann.
Dieser lockte mit Behagen
alle kleinen Jungen an.“
Der Beginn war Mark Beneckes Buch Mordmethoden. Er erwähnte in einer eher saloppen Art das Tötungsmodell um Fritz Haarmann. Da ich mich schon seit geraumer Zeit mit der Psyche von diversen Serienmördern auseinander setze und gern mehr über die menschlichen Abgründe erfahre, stieß ich natürlich irgendwann auf Mark Benecke (sehr zu empfehlen für jeden, der Tatsachen nicht in trockener Manier lesen möchte). Ich muss ehrlich gestehen, dass seine Sicht der Dinge mich sehr gefesselt hat und ich mich gerade mit Fritz Haarmann mehr auseinander setzen wollte. Im Buch Mordmethoden wird der Film “der Totmacher” erwähnt. Ich fragte meinen Freund, der wiederrum meinte, dass der Film definitiv was für mich wäre, auch wenn ich kein Fan von Götz George bin.
Bei der letzten Amazon-Bestellung ging dieser Film dann mit. Er war das Tüpfelchen auf dem i. In “der Totmacher” gibt es keinerlei explizite Bilddarstellungen der Gewalttaten oder der Opfer. Es gibt einzig und Allein einen Raum, zwei Tische, drei Stühle, mehrere Lampen, eine Trennwand, Fenster, eine Tür, Fritz Haarmann, den Professor und den Stenographen. Die ersten zehn Minuten kann man nicht wirklich einschätzen, wie der Film ist, ob er gefällt oder nicht. Ich wusste übrigens auch am Ende noch nicht so ganz, was ich davon halten sollte. Aber ich muss zugeben: Er ist mal etwas anderes. Der Regisseur arbeitet hier bewusst mit dem Unterbewusstsein, der Fantasie und der Vorstellungskraft der Zuschauer. Haarmann erzählt, tobt, fleht, winselt, berichtet, lacht und der Zuschauer fragt sich, wie die damaligen Ermittler dieses monatelange Verhör ausgehalten haben. Hier sollte ich vielleicht erwähnen, dass der Film auf den Originalverhörmitschriften basiert und die Dialoge daraus gewonnen wurden. Man fragt sich ernsthaft, wie durchgeknallt ein einzelner Mensch sein kann um solche Taten zu begehen. Ich muss es George zu Gute halten, dass er sich in diesem Film selbst übertroffen hat. In manchen Szenen verschmilzt der Serienkiller Haarmann mit dem Schauspieler George und man ist sich nicht sicher, ob man wirklich nur noch einen Schauspieler auf der Leinwand beobachtet. Ein sehr sehenswerter Film und für Serienkillerliebhaber ein Muss.
Der Charakter Fritz Haarmann gab mir danach noch mehr zu denken und ich dehnte meine Recherchen weiter aus. Ich stieß auf Aussagen, die belegen, dass Haarmann Opfer von Polizeigewalt wurde um an sein Geständnis zu kommen. Desweiteren fand ich Belege für sexuellen Missbrauch durch seinen Bruder und Misshandlungen durch seinen Vater. Medizinischforensische Gutachten von seinem Gehirn ergaben, dass er offenbar an einem Hitzschlag, Sturz oder einer Hirnhautentzündung gelitten hatte. Beides konnte in dieser Form zu Hirn- und Wesensveränderungen führen. War er darum wirklich Zurechnungsfähig?
Die Frage ist nicht, ob er schuldig war, denn er war es. Wer 24 Jungs und junge Männer (sogenannte Puppenjungs) sexuell missbraucht, umbringt, zerstückelt und anschließend teilweise zu Wurst verarbeitet um sie zu verkaufen, ist eindeutig schuldig. Mir stellt sich die Frage, ob er wirklich zurechnungsfähig war oder ob seine Psyche nicht von Schuldunfähigkeit geprägt war. Haarmann wurde als unheilbar Schwachsinniger nach Hildesheim gebracht und sollte dort stationär behandelt werden. Jahre später diagnostizierte man bei ihm Schizophrenie. Sind das nicht eindeutige Indizien dafür, dass er NICHT schuldfähig war?
Was denkt ihr vom Fall Haarmann, von den toten Jungs und dem Rattenschwanz, den der Fall hinter sich herzieht? Ich würde mich freuen, wenn ihr euch via Kommentarfunktion darüber auslasst ![]()